Gegen die Wehrpflicht und Zwangsdienste gingen am 5.12. nicht nur ca. 800 Schüler*innen auf die Strasse, sondern auch etliche Eltern, Omas und Opas und Mitglieder der DFG-VK und des Freiburger Friedensforums und der GEW. Und der Protest geht weiter. Am Donnerstag 18. Dezember um 9:15 Uhr vor dem Freiburger Gericht, dass der ehemaligen Schüler Bentik wegen zwei antimilitaristischer Memes dort angeklagt wird . Und am 5. März nächstes Jahr ist die nächste Schulstreik-Aktion gegen die Wehrpflicht geplant. Nachfolgend die Solidaritätsadresse, die Max Heinke für die Freiburger Friedensbewegung abgegeben hat.
Mein Name ist Max Heinke. Ich bin im Freiburger Friedensforum aktiv. Ich überbringe Euch die solidarischen Grüße des Freiburger Friedensforums. Es ist wirklich große Klasse, dass Ihr heute bundesweit auf die Straße geht und zum Widerstand gegen Wehrpflicht aufruft.
30 Millionen Euro fürs Werben fürs Sterben
Lasst mich dazu noch einige wenige Worte sagen:
Nun sollen sich erneut junge Menschen zur Verteidigung Deutschlands zunächst freiwillig zum Kriegsdienst melden. Ansonsten wird die Wehrpflicht eingeführt. Das Motto lautet u.a. „Mach das was wirklich zählt“ und „Wir dienen Deutschland“. Und ähnliche Sprüche. Die Werbung lässt sich die Bundeswehr viel Geld kosten. Deshalb schickt sie Jugendoffiziere u. a. in Schulen und Bildungseinrichtungen u. lässt sich das 30 Millionen Euro und mehr kosten. Jugendoffiziere bzw. Soldaten haben nichts in Schulen zu suchen. Soldat ist kein normaler Beruf, wie es die Bundeswehr sehen möchte. Deshalb gibt es die Kampagne ‚Schulfrei für die Bundeswehr- Lernen für den Frieden‘.
Das Freiburger Friedensforum vertritt zivile Lösungen von Konflikten und Krisen und setzt sich für eine Welt friedlichen Zusammenlebens, Miteinanders bzw. für Verständigung ein.

„Unsere Kinder haben eine bessere Welt ohne Krieg und Zwangsdienst verdient“
Ich selbst habe 1963 den Kriegsdienst verweigert und 18 Monate Zivildienst in der Uniklinik Freiburg geleistet. Ich sage heute als Vater von 3 Kindern und 5 Enkelkinder, unsere Kinder haben eine bessere Welt ohne Krieg und Zwangsdienst verdient, sie sollen nicht wieder kriegstüchtig und kriegsfähig werden müssen. Nein wir müssen friedenstüchtig und friedensfähig werden. So wie 1947 Wolfgang Borchert in seinem Antikriegsmanifest geschrieben hat: „Sagt Nein“.
Mein Vater hat 2 Weltkriege als Soldat überlebt und mich nach diesen traumatischen Erfahrungen in seiner antimilitaristischen Einstellung und als Kriegsgegner stark beeinflusst.
Alt und Jung gegen Kriegstüchtigkeit und Kanonenfutter
Wenn heute Bundeskanzler Merz großmundig der jungen Generation auftischt und erklärt: „ Nicht Schiffe, nicht Panzer, nicht Flugzeuge machen unser Land verteidigungsfähig. Es braucht vor allem Soldatinnen und Soldaten“. Das sagt eigentlich schon alles. Es geht offensichtlich um Menschenmaterial, das gebraucht wird. Andere reden von „Kanonenfutter“. Dazu gibt es nur eins: Sagt Nein!.
Gemeinsam können wir alt und jung was erreichen und in das Räderwerk Wehrpflicht und Kriegstüchtigkeit greifen, diese möglichst verhindern, aber zumindest nachhaltig stören.
Wir stehen solidarisch auf Eurer Seite im Widerstand gegen Wehrpflicht, Militarisierung
und Kriegsvorbereitung. Wir wünschen Euch viel Erfolg.
( Zwischenüberschriften wurden von Redaktion gesetzt )